In der bildenden Kunst sind im Laufe der Jahrhunderte nicht nur Selbstporträts und Porträts einzelner Personen gemalt worden, sondern auch Gruppen- und Familiendarstellungen. Ging es früher um Würde und Status, so wird heute das authentische Familienfoto bevorzugt, das eher einem spontanen Schnappschuss gleicht. Ganz anders dagegen das repräsentative Porträt der Lindenschmits, das viel mehr als nur ein Abbild eines Künstlers und dessen Familie ist.
Das außergewöhnliche Format, das normalerweise für Herrscherporträts reserviert war, und die Komposition des Bildes betonen das Selbstbewusstsein des Künstlers und sein bürgerliches Selbstverständnis. Dass er sich als Künstler einen Namen gemacht hat und die Familie dadurch gut situiert war, verdeutlicht zudem die gewählte Kleidung der dargestellten Personen, wie man beispielsweise an dem Seidenkleid der Ehefrau sehen kann. Die Hand-in-Hand-Geste der Eltern in der Mitte des Gemäldes stellt ein starkes Symbol der Verbundenheit dar, während die Kinder um sie herum die familiäre Einheit betonen. Dabei teilt der Künstler das Bild strikt nach männlichem und weiblichem Geschlecht auf. Auch die Attribute, die den Kindern zugeordnet wurden, wie beispielsweise das Strickzeug der ältesten Tochter oder das vor dem Sohn liegende Buch mit Kupferstichen, verweisen auf die Geschlechter spezifischen Bildungsansprüche jener Zeit. Alles ist arrangiert und nichts dem Zufall überlassen.
mobilewebguide LMM Guide
wird geladen ...
Ein Angebot von satelles.de:
erfahren - erleben - entdecken