Selbstporträts, Selbstinszenierung, in andere Rollen schlüpfen trifft in besonderem Maße auf das Spätwerk Pablo Picassos zu. "Homme assis" aus dem Jahr 1970 ist in der Tat ein beeindruckendes Beispiel für seine künstlerische Entwicklung und seine Auseinandersetzung mit dem eigenen Ich. In dieser Phase seines Schaffens experimentiert Picasso intensiv mit verschiedenen Identitäten und Ausdrucksformen, was sich in seinen unzähligen Selbstporträts deutlich widerspiegelt.
Die Darstellung eines auf dem Thron sitzenden Malers mit angedeuteter holländischer Kopfbedeckung, die durch dynamische Pinselstriche die kraftvolle Pose und die krallenartigen Hände hervorhebt, sind nicht nur Ausdruck seiner künstlerischen Energie, sondern auch eine tiefere Reflexion über das Altern und die Beständigkeit seiner kreativen Kraft. Sowohl die Kopfbedeckung als auch die kräftige Haltung betonen die Verbindung zu einer langen Tradition in der Porträtmalerei. Picasso schlüpft in seinen Selbstporträts in verschiedene, historische Rollen, die vor allem Stärke und Vitalität ausstrahlen, wie unter anderem dem Matador oder Musketier.
Der 89-jährige Picasso zeigt mit diesem Bild den unermüdlichen Willen, seine künstlerische und eigenständige Stimme zu bewahren, weiterzuentwickeln und neu zu definieren. Er malt gegen das Alter an.
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