Der Grabstein des einheimischen Schiffers Blussus und seiner Frau Menimane ist durch seine einzigartige beidseitige Verzierung der wohl bekannteste Grabstein in der römischen Steinsammlung des Landesmuseums Mainz. Die Vorderseite zeigt in Frontalansicht Blussus und Menimane auf einer Bank. Hinter dem Ehepaar ist ein junger Mann erkennbar, bei dem es sich wahrscheinlich um den Sohn Primus oder um den Haussklaven Satto handelt. Letzterer ist, wie uns die Inschrift mitteilt, an selber Stelle beigesetzt worden.
Blussus ist in einen ponchoartigen Kapuzenmantel (paenula) gekleidet, während Menimane eine aufwändige Tracht trägt, die aus mindestens drei übereinanderliegenden Gewändern sowie reichhaltigem Schmuck besteht. Sowohl die Kleidung als auch die Personennamen weisen die Dargestellten als Angehörige der keltischen Bevölkerung von Mainz-Weisenau aus, die für Römer allerdings als Fremde galten, da sie kein römisches Bürgerrecht besaßen. Das war für Blussus aber kein Hinderungsgrund, um mit den Römern umfangreiche Geschäfte zu machen. Die Rückseite des Steins zeigt die Grundlage des Reichtums der Familie: ein Plattbodenschiff mit Ruderern und Steuermännern.
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