Der von den Nationalsozialisten verfolgte Rudolf Levy war im Berlin der 1920er Jahre ein erfolgreicher und geachteter Künstler. Um 1928 malte er Margot Lachmann, die Schwester seiner Ehefrau Eugenie. Von der Auffassung seines Lehrers Matisse herkommend, ist Farbe sein primäres Ausdrucks- und Gestaltungsmittel.
Margot sitzt in einem kräftig leuchtend Blau gestrichenen Raum auf einem grün gemusterten Sessel. Ihr Kleid mit blauem und rotem Streifenmuster entspricht, wie ihr kurz geschnittenes Haar und der knappe Hut, ganz der Mode der Zeit der Weimarer Republik. Das Bücherregal im Hintergrund soll möglicherweise auf ihren Beruf als Schriftstellerin hinweisen. Durch ihre Körperhaltung strahlt sie trotz des bunten Kleides eine bedrückte, keinesfalls fröhliche Grundstimmung aus. Levy malt die Mittdreißigerin mit breitem, flächigem Pinselstrich, die Schatten an Armen, Händen und im Gesicht türkis, was zusammen mit den dunklen, schwarzen Augen den melancholischen Ausdruck der Porträtierten noch weiter unterstreicht.
Margot Lachmann, geborene Schindler, emigrierte mit ihrem Ehemann Kurt 1937 in die USA.
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