Vielleicht wollten sich das 11. Kind, Maria Christina, und das 15. Kind, Maria Kunigunde, des sächsischen Kurfürsten August II. der Erwartungshaltung ihrer Mutter Maria Josepha von Österreich entziehen und wählten daher den geistlichen Stand. Maria Christine wurde 1764 Fürstäbtissin des Reichsstift in Remiremont im Elsass, Maria Kunigunde war seit 1776 Fürstäbtissin der Reichsstifte Essen und Thorn, de facto lebte sie am Hof ihres Bruders Clemens Wenzelslaus, des Kurfürsten und Erzbischofs von Trier in Koblenz-Ehrenbreitstein.
Das von Benedikt Beckenkamp gemalte Bild zeigt die drei Geschwister beim Kaffee im kurfürstlichen Privatschlafzimmer. Die beiden einander zugewandten Schwestern tragen die damals aktuelle Mode: Christine ein violettes Gewand und den Bruststern des kurpfälzischen Elisabethenordens, Kunigunde hat ein blaues Morgenkleid gewählt mit dem Sternkreuzorden an der schwarzen Damenschleife. Beide Damen tragen die für das Rokoko typischen gepuderten Hochfrisuren mit Rolllocken im Nacken und aufwändige Hauben sog. Dormeuses. Entgegen dem ersten Bild des Themenpfads mit seinem offiziellen Porträt der Dame von Luttichuys, zeigt Beckenkamp hier eine private Szene. Allerdings nur so privat wie man als Adelige eben sein konnte: das standesgemäße Ornat der Damen verweist ebenso wie der Konsum des Luxusgetränks Kaffee auf den hohen gesellschaftlichen Status, den es auch im Privaten zu pflegen galt.
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