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Haus am Schillerplatz

Haus am Schillerplatz
© GDKE, Landesmuseum Mainz, Foto: T. Bast

Felix Ganz und das Haus am Schillerplatz

Im Eckhaus, das heute ein Café beherbergt, war vor dem zweiten Weltkrieg ein Geschäft für Teppiche. Hier war der Hoflieferant „Ludwig Ganz - Teppich Ganz“. Schon vor dem ersten Weltkrieg war das Unternehmen einer der größten Importeure für Teppiche in Deutschland. Felix Ganz erbte das Geschäft von seinem Vater und baute es weiter aus.

Felix Ganz war nicht nur Unternehmer, er war auch Kulturmäzen: Er unterstützte die Mainzer Liedertafel, den Mainzer Altertumsverein, das Römisch-Germanische Museum - ein Mainzer mit Engagement für seine Heimatstadt.

Als die Nationalsozialisten 1933 an die Macht kamen, zählte das alles nichts mehr, denn Felix Ganz hatte jüdische Vorfahren. Er hatte zwar sich und seine Kinder taufen lassen, doch in der rassistischen Weltanschauung der Nationalsozialisten blieb er Jude. Auch, dass er als Soldat im ersten Weltkrieg für Deutschland kämpfte, sollte ihm wenig nutzen. Sein Geschäft wurde „arisiert“, das heißt, er musste sein Geschäft zwangsweise an seinen nichtjüdischen Prokuristen übergeben.

Seine Familie wurde verfolgt, sein Enkel Peter Ganz wurde 1938 in das KZ Buchenwald verschleppt. Die Familie Ganz floh daraufhin aus Nazi-Deutschland nach England und in die Schweiz. Nur Felix Ganz und seine Frau blieben. Sie mussten 1941 ihr Haus am heutigen Volkspark verlassen und ein Gestapo-Beamter zog ein. Auch Felix Ganz musste in ein Judenhaus ziehen. Am 27. 09.1942 wurde Felix dreiundsiebzig Jahre alt - es war der Tag seiner Deportation in das KZ Theresienstadt. Zwei Jahre später wurden Felix Ganz und seine Frau Erna in Auschwitz ermordet.

Felix Ganz hatte eine große Kunstsammlung. Die Kunstsammlung ist bis heute verschwunden, doch es wird gesucht. Ein Forschungsprojekt an der Universität Mainz, welches durch das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste gefördert wird, fahndet mit Hilfe des Urenkels von Felix Ganz in Deutschland und international. Doch bisher gibt es nur wenige Erfolge.

Das Landesmuseum Mainz besitzt ein paar Kunstwerke aus dem Wohnhaus von Felix Ganz, zum Beispiel eine Barockkommode aus dem achtzehnten Jahrhundert und ein Gemälde von Konrad Sutter. Auch dies weiß man durch die Provenienzforschung am Museum.

Was geschah mit den Kunstwerken der jüdischen Kunstsammler? Hierfür spielte das Finanzamt eine zentrale Rolle. Die Zweigstelle des Finanzamtes für Mainz Mitte befindet sich bis heute am Münsterplatz. Auf dem Weg dorthin passiert man das Schillerdenkmal und den Schönborner Hof. Der Schönborner Hof war seit 1933 Sitz der NSDAP-Kreisleitung und mehrerer NS-Organisationen. Vorbei am Proviantamt erreicht man am Ende der Schillerstraße die erwähnte Zweigstelle im Haus Nr. 13, kurz vor dem Münsterplatz.

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