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Standort der ehemaligen Judenwache in der Klarastraße

Standort der ehemaligen Judenwache in der Klarastraße
© GDKE, Landesmuseum Mainz, Foto: T. Bast

Die ehemalige Judenwache

An dieser Stelle stand ein Gebäude, das man „Judenwache“ nannte. Die Stadtwache bewachte hier den Zugang zur Judengasse, dem Mainzer Judenghetto. Diese  Judengasse wurde im späten siebzehnten Jahrhundert unter dem Kurfürsten Johann Philipp von Schönborn eingerichtet.

Juden durften jahrhundertelang nur hier wohnen. Das Viertel war dicht bevölkert und dunkel. Abends gab es eine Ausgangssperre. Auch an hohen christlichen Feiertagen durfte niemand das Viertel verlassen. Juden lebten hier getrennt von der christlichen Bevölkerung. Aber die Mauern des Viertels bedeuteten auch Schutz vor dem Judenhass der christlichen Bevölkerung, vor Ausschreitungen, vor Pogromen und vor den alltäglichen Beleidigungen und Demütigungen.

So war es bis 1792, als die Truppen der französischen Revolution nach Mainz kamen. Denn der Ruf der Revolution nach Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit sollte für alle Menschen gelten, auch für Juden. Die Tore des Ghettos wurden niedergerissen. Als Karoline Weis 1880 geboren wurde, stand die Judenwache schon lange nicht mehr, aber hier im alten Judenviertel waren die Wurzeln der Mainzer Juden.

Im neunzehnten Jahrhundert wurden die Juden in Deutschland der christlichen Bevölkerung allmählich rechtlich gleichgestellt. Für viele Juden begann ein wirtschaftlicher und sozialer Aufstieg. Doch obwohl sich die Juden immer weiter der christlichen Bevölkerung annäherten, die Kultur übernahmen und sich assimilierten, verschwand der Judenhass nicht. Er erlebte sogar eine theoretische Radikalisierung: Der moderne Antisemitismus entstand.

Im traditionellen christlichen Sinne war ein Jude der Angehörige einer anderen Religion, der durch die Taufe zum Christen werden konnte. Ein Antisemit dagegen argumentiert anders, rassistisch: „Ein Jude gehöre zu einer anderen und minderwertigen Rasse und kann niemals zur eigenen Rasse gehören.“ Als Karoline Weis jung war und sie zur Schule ging, herrschte dieser Antisemitismus im Kreis einer kleinen Minderheit in Deutschland. Das sollte sich ändern, spätestens mit dem Machtantritt der Nationalsozialisten unter Adolf Hitler.

Unser Spaziergang führt die Klarastraße einige Meter zurück und nach rechts in die Vordere Synagogengasse. Achten Sie auf die Mauerreste auf der rechten Seite. Große Tafeln zeigen hier die ehemalige Fassade der alten Hauptsynagoge.

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