Trotz des offenbar unvollendeten Zustands war dieser Kolossalkopf in der Antike ausgestellt. Darauf deuten Reste einer Verdübelung auf der Rückseite im Halsbereich hin. In Verbindung mit der Geschichte des römischen Mainz könnte es sich bei dem Dargestellten um den Neffen Konstantin des Großen, Julian Apostata, handeln. Er befreite im Jahr 357 Mainz von den Germanen und ließ die Rheinbrücke instand setzen. Auf Münzen wird er oft mit unregelmäßig gewelltem Vollbart, spiralig gelockten Koteletten und strähnigem Kopfhaar dargestellt. Zum Bartträger wurde Julian jedoch erst nach seiner Ausrufung zum Kaiser. Zuvor war er entsprechend der damaligen Hofsitte bartlos, weshalb wir den Kopf hier in die Zeit seines Kaisertums, also zwischen 360 und 363 nach Christus datieren können.
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