Grabsteine mit Reiterdarstellung wurden in Mainz erfunden. Anfangs wurde nur der galoppierende Reiter abgebildet, der im Folgenden zunächst durch einen Pferdeknecht (calo), dann durch einen Barbaren unter den Hufen des Pferdes ergänzt wurde. Ein solcher calo kommt in Mainz erstmals auf dem Maris-Stein vor. Allerdings unterscheidet er sich durch seine Größe und hervorgehobene Position auf einer eigenen, in das Inschriftenfeld hineinragenden Standfläche von den späteren Grabsteinen. Möglicherweise hat sich hier auch der Stifter des Grabmals verewigt. Maris selbst unterscheidet sich durch seine Bewaffnung mit dem Bogen von den sonst üblichen Lanzenreitern.
Die zehnzeilige Inschrift auf dem Antiochus-Stein in der Steinhalle gibt zahlreiche Informationen über den Bestatteten: Der Parther Antiochus aus dem südosttürkischen Anazarba diente als Reiter in der Hilfstruppeneinheit ala Parthorum et Araborum. Als evocatus hatte er die reguläre Dienstzeit abgeleistet, aber freiwillig weitere zehn Jahre gedient. Er erhielt, hier erstmals für das römische Heer nachgewiesen, dreifachen Sold und war, obwohl kein römischer Bürger, mit militärischen Auszeichnungen geehrt worden. Ein zweiter Grabstein dieser Reitertruppe mit bildlicher Darstellung des Verstorbenen Maris im Schellbau EG enthüllt etwas, was der Antiochus-Stein verschweigt: Die ala Parthorum et Araborum war eine berittene Bogenschützeneinheit. Der in den 1950er Jahren in Mainz gefundene Maris-Stein war zudem der erste Beleg für diese bis dahin unbekannte, aus Parthern und Arabern bestehende Einheit, die in der Südosttürkei und Nordsyrien aufgestellt worden war.
Zusatzinformation: Grabstein des Maris (GDKE, LMMZ)
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