Der 1861 in der Mainzer Mitternacht gefundene Grabaltar („ARAM“) gibt auf seiner perlstabgerahmten Inschrift genaue Auskunft: Hedyepes und Genesia gaben ihn in Auftrag für das Grab ihres knapp einjährigen Sohns Hipponicus. Sie waren Sklaven der Dignilla, der Ehefrau des Legaten der 22. Legion Iunius Pastor. Da Iunius Pastor in den Jahre 157 - 159 n. Chr. Legionslegat war, lässt sich das Grabmal genau datieren. Die Namen des Kindes und der Eltern lassen auf eine orientalische Herkunft schließen.
Während Grabaltäre in Italien vor allem im 1. Jahrhundert ihre Blütephase hatte, lassen sie sich in den Nordwestprovinzen erst ab der Mitte des 2. Jahrhunderts nachweisen, wie auch unser Beispiel belegt. Über dem großen Hauptteil („Cubus“) mit Inschriftentafel schließt der giebelförmige Dachabschluss an, wobei die Dachschräge über einer Reihe von Ziegeln von sich einrollenden Voluten oder „Pulvini“ getragen wird. In der Mitte befindet sich eine Nische, in der die Cupidofigur steht.
Es ist anzunehmen, dass das Grabmal ursprünglich - wie gesetzlich vorgeschrieben - außerhalb der Stadt an einer der Ausfallstraßen aufgestellt war und erst später in die Innenstadt verbracht wurde.
Zusatzinformation: Grabaltar des Hipponicus (GDKE, LMMZ)
mobilewebguide LMM Guide
wird geladen ...
Ein Angebot von satelles.de:
erfahren - erleben - entdecken