In Bad Kreuznach wird in einem Gebäude, das zuvor als Kapelle der US-amerikanischen Streitkräfte gedient hatte, eine neue Synagoge eingeweiht. Eine jüdische Gemeinde hat sich in Bad Kreuznach bereits 1945 wiedergegründet, 1980 besteht diese jedoch aus lediglich 15 Mitgliedern. Durch den Zuzug von Juden aus den Nachfolgestaaten der Sowjetunion (GUS-Staaten) in den 1990er-Jahren ist die Gemeinde wieder bedeutend angewachsen, 2007 hat sie 207 Mitglieder, 95 % von ihnen aus den ehemaligen GUS-Staaten.
Die ersten Stolpersteine in Rheinland-Pfalz werden für Karl und Emma Lehmann in der Hetzelstraße 15 in Neustadt an der Weinstraße verlegt.
Nach den Plänen von Manuel Herz wird am Standort der alten Synagoge das neue Gemeindezentrum mit der beeindruckenden Synagoge errichtet. In ihrer Form zeichnet sie die fünf Buchstaben des Wortes Kedushah (Heiligung) nach. Die Architektur mit ihrer eigenständigen Formensprache wendet sich dabei bewusst von gewohnten Bauformen ab.
Viele Vereine werden gegründet, um das jüdische Erbe wieder sichtbar zu machen. Der Kultur- und Heimatverein Niederzissen e.V. unterstützt ideell und finanziell die Erhaltung der ehemaligen Synagoge als Erinnerungs- und Begegnungsstätte sowie die Aufarbeitung und museale Darstellung der Genisa-Funde.
Seit April 2016 erfolgt im Landesmuseum Mainz die systematische Erforschung der Sammlungsbestände (Provenienzforschung). Dabei sollen Kunstwerke und Kulturgüter aufgespürt werden, die zu Unrecht während der NS-Zeit von ihren jüdischen Vorbesitzern zwangsweise und unter Wert verkauft oder beschlagnahmt wurden. Gefördert werden die Forschungsprojekte vom Deutschen Zentrum für Kulturgutverluste (DZK) in Magdeburg.
Neben der Veröffentlichung der Ergebnisse und Ausstellungen konnten zusammen mit der Stadt Mainz bereits mehrfach Rückgaben (Restitutionen) an die Nachfahren erfolgen. Aufgrund der Selbstverpflichtung des Museums besteht auch zukünftig der Bedarf weiterer Recherchen.
Als klares Bekenntnis gegen Antisemitismus ernennt Rheinland-Pfalz als erstes Bundesland einen Beauftragten für jüdisches Leben und Antisemitismusfragen.
Berufung des Landesrabbiners in Rheinland-Pfalz durch den Landesverband der jüdischen Gemeinden. Neben den vielen Alltagsaufgaben eines Rabbiners kümmert sich der Landesrabbiner vor allem um die Zusammenarbeit mit staatlichen Institutionen und anderen religiösen Gemeinschaften.
Am 27. Juli erkennt das Welterbekomitee die SchUM-Stätten in Speyer, Worms und Mainz als UNESCO-Welterbe an. Sie sind die erste Welterbestätte zu jüdischem Leben in Deutschland.
Bis heute erzählen einzigartige Bauwerke und Friedhöfe von der bedeutenden und wechselvollen Geschichte der drei Gemeinden, die zu den ältesten Zeugnissen jüdischen Lebens in Deutschland gehören.
Nach dem Zweiten Weltkrieg kehren nur etwa fünf bis sieben jüdische Überlebende nach Koblenz zurück. Sie legen den Grundstein für das neue jüdische Leben und richten mit Unterstützung der Stadt Koblenz in der ehemaligen Trauerhalle des jüdischen Friedhofs eine Gebetshalle ein. Die Errichtung einer Synagoge auf bzw. in der Nähe eines Friedhofs ist nach jüdischem Ritus eigentlich nicht zulässig. Deshalb erfolgt an einem neuen Ort der Bau einer Synagoge mit Gemeindezentrum für die wachsende Gemeinde.
Im Oktober 1926 eröffnet Rabbiner Sali Levi den Denkmalfriedhof auf dem Gelände des mittelalterlichen jüdischen Friedhofs. Seine Bedeutung wird künftig in einem Besuchszentrum der Stadt Mainz erläutert. Die Eröffnung ist für Sommer 2026 geplant.
Seit fünf Jahren tragen die SchUM-Stätten den Titel UNESCO-Welterbe. Der Titel ist Auszeichnung, aber auch die Verpflichtung zum Schutz und Erhalt. Gefeiert wird das Jubiläum mit unterschiedlichsten Veranstaltungen.
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