Bereits Ende des 19. Jahrhunderts setzt eine Landflucht ein. Viele Juden ziehen aus wirtschaftlichen Gründen oder um in größeren Gemeinden Schutz vor zunehmendem Antisemitismus zu finden vom Land in die Städte. Manche emigrieren auch nach Amerika. In Gau-Bickelheim etwa finden daher bereits seit 1908 keine regelmäßigen Gottesdienste mehr statt.
Im Oktober 1926 eröffnet Rabbiner Sali Levi in Anwesenheit vieler staatlicher, städtischer und kirchlicher Würdenträger den Denkmalfriedhof auf dem Gelände des mittelalterlichen jüdischen Friedhofs. Hier werden Grabsteine wieder aufgestellt, die im gesamten Stadtgebiet gefunden wurden. Sie waren nach der Vertreibung im 15. Jahrhundert als Baumaterial zweckentfremdet worden.
Der Verein zur Pflege jüdischer Altertümer in Mainz eröffnet ein Museum in der Mainzer Hauptsynagoge. 1938 wird der Verein durch die Nationalsozialisten aufgelöst. Während ein großer Teil der Exponate im Novemberpogrom zerstört wird, können viele Objekte dieser beachtlichen Sammlung vor der Verfolgung gerettet werden und überstehen den Krieg.
Seit 1983 präsentiert das Landesmuseum Mainz ausgewählte Exponate dieser Sammlung als Leihgaben der Jüdischen Kultusgemeinde Mainz-Rheinhessen.
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