Mitte des 19. Jahrhunderts erreicht die jüdische Bevölkerungszahl in der Pfalz ihren Höhepunkt. Zugleich beginnt ein tiefgreifender Wandel. Während die Landgemeinden schrumpfen, wächst die jüdische Bevölkerung in den Städten. Die schrittweise Gleichberechtigung von Juden ermöglicht gesellschaftlichen Aufstieg und einen bildungsbürgerlichen Lebensstil. Jüdinnen und Juden engagieren sich in Vereinen und gestalten das gesellschaftliche Leben mit. Mit dieser gesamtgesellschaftlichen Veränderung wandelt sich auch das religiöse Verständnis. Das neu aufkommende liberale Judentum führt Gottesdienste in deutscher Sprache ein und schafft die Geschlechtertrennung in der Synagoge ab.
Das Zugehörigkeitsgefühl zur Gesellschaft zeigt sich auch im großen Engagement jüdischer Aktiver in Vereinen. So sind beispielsweise im Sportverein Castellaun zeitweise mehr als 20 jüdische Mitglieder aktiv.
Die Postkarten zeigen eine bemerkenswerte Auswahl der Motive – offensichtlich wird hier das neue Kaiserslautern der Gründerzeit ins Bild gesetzt. Die prachtvolle 1886 eingeweihte Synagoge steht gleichberechtigt neben der katholischen Marienkirche und dem Bismarck-Denkmal. An die 1938 abgerissene Synagoge erinnert seit 1980 ein Mahnmal auf dem Synagogenplatz. Eine virtuelle Rekonstruktion ermöglicht es, sich einen Eindruck von dem eindrucksvollen Bau zu verschaffen.
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