Die alte Ansicht von Ingenheim zeigt, wie stark die 1832 eingeweihte Synagoge das Ortsbild prägt. Sie war stilbildend für zahlreiche Synagogen der Region in den folgenden Jahren. 1938 wurde sie abgerissen.
Während Jüdinnen und Juden im Mittelalter vor allem in Städten leben, ändert sich dies mit der Reformation. Neue Ausgrenzungspolitiken, die Reformatoren wie Martin Luther fordern, führen zu ihrer Vertreibung aus vielen Städten – das Landjudentum entsteht. In Dörfern, oft in verkehrsgünstiger Lage, leben Jüdinnen und Juden unter Adelsschutz, zahlen dafür oft Schutzgelder und sind trotz verschiedener Berufsverbote in das dörfliche Leben integriert. Besonders entlang von Rhein, Mosel, Nahe und Saar entstehen dichte jüdische Siedlungsräume. In manchen Dörfern machen jüdische Bürger mehr als 20 Prozent der Bevölkerung aus.
In Ingenheim bei Landau lebt im 19. Jahrhundert eine der größten jüdischen Gemeinden der Pfalz. Von 1.630 Einwohnern sind um 1835 fast ein Drittel jüdisch, die anderen teilen sich in die beiden christlichen Konfessionen. Die Karte zeigt, dass hier die Religionszugehörigkeit keine Rolle bei der Besiedlungsstruktur spielte – man lebt und arbeitet Tür an Tür. Die dunkelorange markierten Gebäude kennzeichnen in der Karte die Synagoge, Wohnund Geschäftshäuser jüdischer Eigentümer, die orangefarbenen die dazu gehörigen Nebengebäude.
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