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13 Fragen
Shalom! Ich bin Lea und möchte dich heute bei deinem Besuch der Ausstellung „Shalom am Rhein“ begleiten.
Shalom ist übrigens ein hebräisches Wort, mit dem wir Jüdinnen und Juden uns begrüßen. Übersetzt wird es häufig mit dem Wort „Frieden“. Wenn wir uns mit Shalom grüßen, meinen wir damit: „Ich wünsche dir Frieden und dass es dir gut geht“.
Wusstest du, dass das Judentum die älteste Religion ist, bei der man an nur einen Gott glaubt? Auch in Rheinland-Pfalz spielt das Judentum schon lange eine Rolle. In der Ausstellung geht es aber nicht nur um die Vergangenheit, sondern auch um das jüdische Leben heute in Rheinland-Pfalz. Dort leben Menschen mit vielen unterschiedlichen Traditionen und Lebensweisen. Denn DAS eine Judentum gibt es nicht.
Lass uns neben dem Eingang der Ausstellung bei den sogenannten SchUM-Städten beginnen.
Seit dem Mittelalter spielen 3 Städte eine besondere Rolle für das jüdische Leben nördlich der Alpen. Von dort haben sich viele Ideen, Gebete und Bräuche in die ganze Welt verbreitet. Seit 2021 zählen die Städte sogar zum UNESCO-Welterbe! Abgekürzt werden die 3 Städte mit SchUM.
Hast du diese Steintafel aus dem Jahr 1034 schon entdeckt? Die Schriftzeichen, die du darauf sehen kannst, sind Hebräisch. Du stehst hier gerade vor der ältesten hebräischen Inschrift, die man in Europa nördlich der Alpen je gefunden hat! Auf dieser Inschrift wurde festgehalten, dass ein Ehepaar damals ihr Vermögen für den Bau einer Synagoge in Worms gespendet hat. Synagogen gibt es dort also schon sehr lange. In ihnen finden Gottesdienste, Versammlungen und Veranstaltungen statt.
Viele Jüdinnen und Juden kommen mit der Hoffnung auf Arbeit und ein besseres Leben an den Rhein. Wenn du selbst schon einmal umgezogen bist, weißt du bestimmt, dass das Verlassen der ursprünglichen Heimat nicht immer einfach ist. Bist du schon einmal umgezogen?
Um gut in einer Gemeinschaft zusammenleben zu können, müssen gemeinsame Regeln aufgestellt werden. Jüdische Gelehrte und Lehrer erstellen daher Verordnungen, an die man sich halten soll. Diese Verordnungen nennt man die Takkanot und an ihnen orientieren sich viele jüdische Menschen noch heute.
Lass uns nun durch den Durchgang gehen, den ich auf der Karte markiert habe.
Nicht jeder freut sich darüber, dass jüdische Menschen bei ihnen eine Heimat suchen. Immer wieder werden sie gewaltsam verfolgt und müssen flüchten.
Als viele Jüdinnen und Juden aus den Städten vertrieben werden und aufs Land ziehen, müssen sie sich dort neue Arbeit suchen. Das sogenannte Landjudentum, das dadurch entsteht, verdient seinen Lebensunterhalt vor allem mit dem Vieh-, Wein- und Lebensmittelhandel. Mit der Industrialisierung, also der Umstellung von Handarbeit zur Arbeit mit Maschinen, gründen jüdische Unternehmer aber auch Fabriken, werden Ärzte, Anwälte oder arbeiten in kulturellen Berufen.
Im Bereich, in dem du dich gerade befindest, ist auch ein kaputter Gegenstand, der aus Judenhass zerstört wurde. Er soll daran erinnern, dass viele jüdische Menschen in Angst leben mussten und verfolgt wurden, obwohl sie das Leben am Rhein bereichert haben.
Oft hat das jüdische Leben einen kulturellen und sozialen Einfluss auch auf die Menschen, die selbst nicht dem Judentum angehören. Ein Beispiel hierfür möchte ich dir im nächsten Bereich zeigen! Gehe dazu zum Bücherregal, das sich um die Ecke befindet.
Ab dem Mittelalter ist die Alltagssprache der aschkenasischen Juden Jiddisch, eine Mischung aus Deutsch, Hebräisch und Aramäisch. Aschkenas steht übrigens für die jüdische Kultur nördlich der Alpen, deren religiöse und kulturelle Impulse bis heute rund um den Globus reichen. Einige jiddische Begriffe benutzt du bestimmt selbst im Alltag!
Versuche doch einmal selbst, deinen Namen auf Hebräisch zu schreiben! Das kannst du am Touchscreen-Tisch ausprobieren.
Bist du auch so ein großer Fußballfan wie ich? Dann ist dir vielleicht schon aufgefallen, dass sich in der Ausstellung ein Schal des 1. FSV Mainz 05 befindet. Folge dem Pfeil, um ihn zu finden.
Viele jüdische Bürgerinnen und Bürger haben sich in Mainzer Vereinen engagiert. Unter anderem soll dieser Schal an Eugen Salomon erinnern, nach dem auch die Straße zum Mainzer Fußballstadium benannt ist.
In diesem Bereich der Ausstellung sind viele Gesichter von Jüdinnen und Juden dargestellt, die sich für ihre Gemeinde und das Wohlbefinden der Menschen und der Umwelt eingesetzt haben oder noch immer einsetzen. Versuche einmal, die hier vorgestellten Personen mit ihren guten Taten zu verbinden.
Findest du auch das Portrait von Nicolaus Blätterman? In seiner Nähe wartet die nächste Station auf dich.
Erinnern ist ein zentrales Prinzip im Judentum. Friedhöfe sind zum Beispiel nicht nur ein Ort der Trauer, sondern sollen uns an vergangene Generationen und deren Geschichte erinnern. Die Gräber auf jüdischen Friedhöfen dürfen deshalb auch nie entfernt werden, sondern sollen für die Ewigkeit bestehen bleiben. Durch die Grabsteine und deren Inschriften kann man viel über das jüdische Leben in einer Region lernen.
In der Tora, dem Kernstück der jüdischen Bibel, werden nicht nur Gebete und Geschichten, sondern auch Regeln und Gesetze festgehalten. Dort wird zum Beispiel auch erklärt, was gläubige Juden und Jüdinnen essen dürfen und wie man Speisen am besten zubereitet. Die Speisen, die man essen darf, werden als kosher bezeichnet. Bei meinem Lieblingsessen muss ich mir hierbei keine Sorgen machen.
Gottesdienste, Versammlungen und Veranstaltungen finden im Judentum in Synagogen statt. Im nächsten Bereich der Ausstellung findest du viele Fotos und Gemälde von (ehemaligen) Synagogen in Rheinland-Pfalz.
Im Mittelpunkt des jüdischen Gottesdienstes steht die Lesung aus der Tora, dem Kernstück der jüdischen Bibel. Dass die Tora wertvoll ist, erkennt man auch an dem schönen Tora-Mantel und den Tora-Kronen. Auf diesem Bild habe ich an die Tora-Kronen herangezoomed. Du findest das Original in der Ausstellung.
Vielleicht ist dir schon aufgefallen, dass an den Außenwänden der Ausstellung ein Zahlenstrahl eingezeichnet wurde. Nimm dir gerne noch einmal Zeit und laufe die Ausstellung einmal von außen ab.
Geschafft! Hier kann man sich ja ganz schön verlaufen! Zum Abschluss möchte ich dir noch einen Geheimtipp verraten. Gehe die Treppe zur Empore nach oben und schaue dir die Ausstellung mal von oben an.
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