Der „sitzende Mann“ von 1970 gehört in die Reihe der Selbstbildnisse, die das Spätwerk von Picasso mitbestimmen. Auf diesen Porträts schlüpft der Maler gerne in verschiedene Rollen und zeigt sich mal als spanischen Matador, mal als französischer Musketier oder als Künstler Rembrandt. Die Auseinandersetzung mit seinem alter ego ist für ihn ein unermüdlicher Prozess mit arbeitsintensivem Charakter. Es sind nicht zwei oder fünf Porträts, sondern hunderte von Bildern, gemalt mit schnellen, expressiven Pinselstrichen und kräftigen Farben - seinem Duktus. Die schwarzen Konturen setzen die Figur vor dem Hintergrund ab. Das Figurative will Picasso nicht aufgeben.
„Getarnt“ als holländischer Maler begegnet er in diesem Werk dem Betrachter thronend. Kraftvoll umschließen seine Hände, geformt wie Krallen, scheinbar die beiden Thronlehnen. Er gibt noch nicht auf, krallt sich fest.
Das Spätwerk Picassos wurde oft kritisiert. Er könne im hohen Alter, nicht mehr mit ruhiger Hand zeichnen, hieß es. Picasso wies die Vorwürfe entschieden zurück. Im Alter von 92 Jahren formt er auf dem Papier mit einem Bleistift einen perfekten Kreis, ohne die Linie zu unterbrechen.
(GDKE, Landesmuseum Mainz)
(GDKE, Landesmuseum Mainz)
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