Kraftvoll und mit viel Dynamik werden die Farben von Otto Greis auf die Leinwand geschleudert. Sie fließen über den Bildträger, mischen sich, bilden Tropfen oder werden von der Leinwand aufgesaugt. Gemalt wurde das Gemälde mit selbstgebastelten großen Pinseln aus Pferdehaaren und selbstangerührten Farben. Die Oberfläche des „Blauen Aufbruchs“ wirkt durch die groben Pigmente der Farben fast dreidimensional, ähnlich wie ein Schwamm.
Es ist eines der ersten informellen Werke, das in Deutschland entstanden ist. Wörtlich übersetzt bedeutet »informel« formlos. Das heißt, die Gemälde weisen weder erkennbare Motive noch konkrete geometrische Formen auf. Es gibt keine Kompositionsregeln, wie etwa die Einhaltung von Perspektive. Das Kunstwerk entsteht in einem Prozess, dessen Endresultat offen ist. Es überlässt den Betrachtenden einen freien Assoziationsraum, der ihnen keine feste Deutung vorgibt. Die breite Öffentlichkeit im konservativen Nachkriegsdeutschland der 1950er Jahre, stand dieser Kunst feindlich gegenüber und lehnte ihre Malerei komplett ab.
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