Idyllischer Paradiesgarten? Nein, Adam und Eva stehen bei Franz von Stuck vor einem pechschwarzen Hintergrund. Wie auf einer Theaterbühne agiert das erste Menschenpaar am Bildvordergrund auf einem schmalen Rasenstück. Mit einem aufreizenden Lächeln streckt Eva Adam auffordernd den Apfel entgegen. Um ihren nackten Körper windet sich die grellblau leuchtende Schlange. Ihr Kopf liegt in Evas ausgebreiteter Hand, in ihrem Maul befindet sich der Apfel zum Greifen nah – aber Adam zögert.
Stuck malt genau genommen nicht das biblische Urelternpaar, sondern die „Versuchung“. Diese wird durch die Frau personifiziert. Eva ist hier als Femme fatale gezeigt, eine sinnlich-erotische Frau, deren vermeintlich dämonisches Wesen sich darin zeigt, dass sie Männer so in ihren Bann zieht, dass sie ihr gnadenlos ausgeliefert sind. Ihre roten Haare, Lippen und Brustwarzen leuchten aus dem Gemälde als Farbakzente neben dem Apfel heraus. Die Rolle der Frau als Verführerin ist auch in anderen Werken das zentrale Thema des symbolistischen Malers Franz von Stuck.
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