Das Blau des Mantels, das die Madonna mit dem Christuskind umhüllt, leuchtet immer noch wie vor über 500 Jahren. Jede einzelne Falte ist sorgfältig durch verschiedene Blautöne modelliert. Laut Überlieferung soll Lorenzo di Credi für jeden seiner bis zu 30 Blautöne einen eigenen Pinsel benutzt haben. Das einzigartige Ultramarinblau des Mantels wurde damals aus dem kostbaren Mineral Lapislazuli hergestellt. Nur Maria durfte so einen blauen Mantel tragen.
Lorenzo di Credi wurde bei Andrea del Verrocchio in Florenz zum Maler und Bildhauer ausgebildet. Sein Mitschüler war kein geringerer als Leonardo da Vinci. Er lernte dort eine technisch perfekte Malerei sowie eine exakte Wiedergabe von Licht und Perspektive.
Aufgrund von aktuellen gemäldetechnologischen Untersuchungen, die 2018 im Doerner Institut in München durchgeführt wurden, gibt es neue Erkenntnisse hinsichtlich der Entstehung des Gemäldes: Vermutlich hat Lorenzo di Credi das Motiv von einem Karton, also einer Art Vorzeichnung, auf die Tafel übertragen. D.h. im sogenannten „calco-Verfahren“, wurden die Konturlinien vom Karton auf die Tafel durchgedrückt. Anschießend hat er die Konturlinien mit einem Pinsel nachgezogen.
Dies ist auf der Infrarotaufnahme, welche die Unterzeichnung sichtbar macht, zu erkennen.
Zusatzinformation: Madonna mit dem Christuskind (GDKE, LMMZ)
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