Jede Locke sitzt, das Kleid aus schwerem, schimmernden Seidenatlas mit dem aufregenden Dekolleté passt perfekt, die Wangen sind rosig, der Blick versonnen, die Haut zart und durchscheinend. Lässig lehnt sich die Malerin Therese Wohlgemuth zurück, den Pinsel in der einen, die Palette in der anderen Hand, gerade so, als wollte sie mit dem nächsten Strich ihr imaginäres Werk auf der Staffelei vollenden. Aber würden Sie auch zum Malen ein weißes Kleid aus einem der damals teuersten Stoffe anziehen?
Der in Mainz geborene Maler Karl Josef Stieler malt Therese in einer wohldurchdachten Inszenierung, die vor allem ihre gehobene gesellschaftliche Stellung ausdrücken sollte. Stieler ist DER Porträtist der Zeit und malt von Beethoven bis Goethe die Größen seiner Epoche. Stieler wirds als Künstler wegen seines hohen technischen Könnens und seiner Perfektion sehr geschätzt. Bei Therese wird Stieler auch die ein oder andere Falte kaschiert haben. Das war ganz im Sinne des Zeitgeschmacks und stimmte den Auftraggeber zufrieden.
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