Der Gemütszustand der Melancholie, also der Traurigkeit oder des Schwermuts, fasziniert die darstellende Kunst schon seit der Antike.
Dabei wird die Personifikation üblicherweise mit dem von der Hand aufgestütztem Kopf dargestellt. Lindenschmit ändert diese Geste ab und zeigt die Trauer allein durch den gesenkten Kopf und den Gesichtsausdruck.
Vor allem im 20. Jahrhundert wird die Melancholie, mit dem Gestus des nachdenklich aufgestützten Kopfes, immer wieder gemalt, um die Emotion tiefer Traurigkeit auszudrücken. Ob beispielsweise von Vincent van Gogh, Edvard Munch, Pablo Picasso oder Max Beckmann.
In unserer Sammlung befindet sich beispielsweise eine Aktdarstellung von Hans Purrmann, die ihren Kopf melancholisch aufstützt.
Eine berühmte Mainzer Familie
Der Maler dieses Gemäldes stammt aus der wichtigsten Mainzer Künstlerfamilie, den Lindenschmits.
Wilhelm Lindenschmit der Ältere studiert Malerei in den renommierten Akademien seiner Zeit in München und Wien. Folgend arbeitet Wilhelm Lindenschmit in der bayerischen Hauptstadt an vielen großen Wandmalereien (Fresken) unter anderem in den Arkaden des Hofgartens oder im Schloss Hohenschwangau. Er verstirbt sehr jung, im Alter von nur 42 Jahren.
Sein Bruder Ludwig ist nicht nur als Künstler tätig, sondern auch ein sehr bedeutender Archäologe. Ludwig Lindenschmitist 1841 Mitbegründer des Mainzer Altertumsvereins und Initiator der Gründung des „römisch-germanischen Zentralmuseums“ in Mainz (heutiges LEIZA). Er leitet dieses als erster Direktor.
In die Fußstapfen von Vater und Onkel tritt auch Wilhelm der Jüngere. Seinen ersten Zeichenunterricht erhält er bei seinem Onkel Ludwig in Mainz und wird später ein bedeutender Historienmaler. Von ihm befinden sich ebenso Werke in unserer Sammlung.
Zusatzinfo: Eine berühmte Mainzer Familie (GDKE, LMMZ)
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