Das Service ist durchaus vollständig – gedacht ist es für zwei Personen und wird deshalb auch als „Tête-à-Tête“ bezeichnet. „Déjeuner“ meint, dass es vielleicht zum (zweiten) Frühstück benutzt wurde, wenn nur Kaffee und etwas Gebäck gereicht werden.
Dieses hier ist aber wohl nie zum Einsatz gekommen: zu ärgerlich wären Kratzer oder gar Schlimmeres auf der kostbaren, empfindlichen Oberfläche.
Zu sehen sind nämlich Ansichten von Heidelberg, Mainz (auf einer der Untertassen), Rüdesheim, Bingen, Burg Rheinstein bei Trechtingshausen, Bacharach, Kaub mit der Pfalz, Oberwesel, Burg Rheinfels über Sankt Goar, der Marksburg, Bad Ems und Andernach und Burg Rheineck bei Bad Breisig. Besonders repräsentativ werden auf dem Tablett das Schloss in Koblenz und Schloss Augustusburg bei Brühl inszeniert.
Der Rhein kommt zu Preußen
Das ist hier wörtlich zu nehmen, denn die genannten Rheinansichten wurden auf Porzellane der Serie „Reliefzierrat mit Stäben“ gemalt, die aus der Königlichen Porzellanmanufaktur (KPM) stammen.
Diese Sonderanfertigung von 1865 mit der feinen und doch Atmosphäre vermittelnden Handmalerei könnte also ein typisches Präsent für eine Person gewesen sein, die dem preußischen Hof in Berlin nahe stand. Das Rheinland war seit 1815 von Bingerbrück bis zur niederländischen Grenze eine preußische Provinz. Das Schloss in Koblenz war Mittelpunkt des gleichnamigen Regierungsbezirks und die Burg Rheinstein war ab 1823 von einem Hohenzollern-Prinzen restauriert worden. Schloss Augustusburg diente als Logis des Hofes im Rheinland und 1845 wurde Queen Victoria hier empfangen.
In eigentümlicher Weise wird auf dem Service die Rheinromantik in Rokoko gebettet und die Präsenz Preußens am Rhein in Szene gesetzt.
Zusatzinfo: Der Rheinkommt zu Preußen (GDKE, LMMZ)
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