Die Heilige Pelagia sehen wir kniend, mit den Händen zum Gebet gefaltet, in der unteren rechten Bildecke. Sie lebt zunächst unter dem Namen Margarita ein zügelloses Leben als Schauspielerin, Tänzerin und Prostituierte in Antiochien (heute Antakya in der Türkei). Durch eine Predigt des Bischofs Nonnus von Edessa im Jahr 453, lässt sie sich bekehren und taufen. Sie schenkt ihren ganzen Schmuck und das Geld den Armen und führt anschließend in Mönchskleidung unter dem Namen Pelagius ein strenges Einsiedlerleben in einer Klosterzelle am Ölberg von Jerusalem. Erst nach ihrem Tod entdeckt man, dass der verehrte heilige Mann eine Frau war.
Das Gemälde gelangt 1803 durch die sogenannte „Napoleonische Schenkung“ nach Mainz. Die Stadt bekommt damals aus Paris auf Erlass des französischen Innenministers ein Gemäldekonvolut von 36 Werken (Lot Nr. 9) überwiesen. Die Werke sind vorher durch Napoleons Beutezüge aus ganz Europa geraubt, oder im Zuge der französischen Revolution beschlagnahmt worden. Diese sind nicht nur der Grundbestand der Gemäldegalerie, sondern zählen zugleich zu unseren wertvollsten Werken.
Napoleons Ziel war es, in Paris ein Weltmuseum entstehen zu lassen (Muséum Central des Arts). Aus dieser Idee ist der heutige Louvre entstanden. Aber auch Werke aus königlichem Besitz wurden konfisziert, so wie dieses Gemälde, das ursprünglich der Mutter des Sonnenkönigs Ludwig XIV. gehörte. Sie, die französische Königin Anna von Österreich, hatte es in ihren privaten Räumen in der Abtei Val-de-Grâce in Paris hängen. Es gehört zu einem Zyklus von fünf Gemälden, die alle das Leben von heiligen Büßerinnen zeigen. Ein Bild aus der Serie ist heute in Tours, eines in Marseille und die anderen zwei befinden sich noch im Louvre.
Zusatzinformation: Heilige Pelagia (GDKE, Landesmuseum Mainz)
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