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GDKE, Landesmuseum Mainz

6 - Zwischen Erzbischof und Bürgern. Mainz in der Stauferzeit

Ab 1138 herrschen die Staufer über das „Heilige Römische Reich“. In Mainz bildet sich seit dem vorangegangenen Jahrhundert neben dem Erzbischof als Stadtherrn und dem König eine neue Macht heraus – die Bürger als selbstständig handelnde Gemeinschaft. Erzbischöfe und Könige verleihen ihnen immer wieder wichtige Privilegien. Auf der Bronzetür des Willigis (reg. 975-1011) am Mainzer Dom sind heute noch jene des Mainzer Erzbischofs Adalbert I. (reg. 1111-1137) zu lesen.

Die Bürger der aufstrebenden Stadt befinden sich zeitlebens im Zwist mit dem erzbischöflichen Stadtherrn. Sie wünschen sich Eigenständigkeit und Selbstverwaltung, Mitbestimmung und Unabhängigkeit vom Stadtherrn.

Am Ende der Stauferzeit gründen allen voran Mainz, Worms und zahlreiche weitere Städte in ganz Deutschland, die Fürsten, Grafen und Herren zur Wahrung von Frieden und Ordnung den Rheinischen Städtebund. Erstmals dürfen die Bürger eigene Stadträte wählen. Die jüdischen SchUM-Gemeinden in Speyer, Worms und Mainz tragen entscheidend zur Blüte der rheinischen Städte bei.


Die Mainzer Bürger emanzipieren sich gegenüber ihrem erzbischöflichen Stadtherrn. Der Gebrauch eines Siegels bekundet ihre Rechtsgemeinschaft und ihr Selbstbewusstsein. Das älteste Mainzer Stadtsiegel zeigt den thronenden Patron von Mainz. Der Heilige Martin preist die Stadt als AVREA MAGONTIA – Goldenes Mainz, „besondere Tochter der römischen Kirche“.

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