Jüdische Fernhändler aus Italien und Südfrankreich lassen sich im frühen Mittelalter in den rheinischen Städten entlang der wichtigen Handelsrouten nieder. In Mainz ist die erste jüdische Gemeinde spätestens um die Mitte des 10. Jahrhunderts fassbar. Mainz wird zur „Muttergemeinde“ der Juden im Rheinland. Sie trägt entscheidend zur städtischen Entwicklung und Blüte der Stadt bei. Kaiser und Bischof fördern die Ansiedlung von Juden, indem sie ihnen Privilegien gewähren und Schutzbriefe ausstellen. Auf Zeiten des friedlichen Zusammenlebens von Christen und Juden folgen mehrfach antijüdische Pogrome.
Eine jüdische Gemeinde verfügt über eine Synagoge, eine Mikwe (Ritualbad) und einen Friedhof. Der Mainzer Friedhof „auf dem Judensand“ ist der älteste und größte mittelalterliche jüdische Friedhof in Europa.
Der Grabstein des Jehuda, Sohn des Schne’or, ist der älteste erhaltene datierte Grabstein nördlich der Alpen. Amram, Sohn des Jona, war einer der bedeutendsten Gelehrten der jüdischen Gemeinde in Mainz. Laut Grabinschrift kam er aus Jerusalem nach Mainz. Er starb am „Tag des Zorns“, das heißt bei einer Judenverfolgung am 31. August 1086.
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