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Max Slevogt, Einladung für das Fest des Königs, die an Bruno Cassirer ausgegeben wird (im Hintergrund Max Slevogt), aus: König Drosselbart, 1922, Federlithografie GDKE, Landesmuseum Main, Inv.-Nr. DL SL NL 2022/45

Max Slevogt, Einladung für das Fest des Königs, die an Bruno Cassirer ausgegeben wird (im Hintergrund Max Slevogt), aus: König Drosselbart, 1922, Federlithografie GDKE, Landesmuseum Main, Inv.-Nr. DL SL NL 2022/45
GDKE, Landesmuseum Mainz

Der Preis von Kunst - Wie teuer war ein Märchenbuch?

Max Slevogt illustriert für Bruno Cassirer viele Klassiker der Grimmschen Märchen. Ein Sammelband ist für günstige 3,50 Reichsmark zu haben.

Neben diesen Bänden erscheinen auch weniger bekannte Märchen in aufwendigen Einzelausgaben. Dazu gehört König Drosselbart.

Die Zeichnungen sind in der Buchausgabe in den Text eingestreut. Zusätzlich erscheinen sie als limitierte Mappenausgabe. Diese befindet sich in einem edlen Halbpergamentkasten mit Deckelzeichnung.

Der Preis liegt zwischen 250 und 300 Reichsmark. Damit taugen diese Ausgaben nicht mehr als Kinderbücher, sondern sind Sammlerobjekte und Wertanlagen geworden.

Slevogts Humor zeigt sich gleich in der Eingangszeichnung zu König Drosselbart. Die Festeinladung des Königs geht hier nicht an die Märchenfiguren – sondern an Bruno Cassirer selbst.

Die enge Verbundenheit zwischen Künstler und Verlag zeigt sich auch im Umgang mit dem Gewinn. Slevogt schenkt das Honorar aus der Buchausgabe von König Drosselbart den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Verlagshauses.


Bruno Cassirer bedankt sich bei Max Slevogt in einem Brief vom 29.3.1922 für das großzügige Geschenk an seine Mitarbeiter.

Lieber Slevogt,

Sie waren so liebenswürdig zu bestimmen, dass der Gewinn aus der Buchausgabe des von Ihnen illustrierten Märchens „Der König Drosselbart“ mit 9 Originallithographien den Mitarbeitern in meinem Büro zugute kommen soll.

Ich sage Ihnen nochmals für diese ausserordentliche Liebenswürdigkeit meinen aufrichtigen Dank und ich möchte in Folgendem Ihren Wunsch in Bezug auf dieses Abkommen genau festlegen:

Das Märchen „Der König Drosselbart“ mit Ihren 9 Originalfederlithographien wird in einer einmaligen Auflage von etwa 360 Exemplaren auf Büttenpapier erscheinen. Die Lithographien werden in den Text mit der Hand eingedruckt. Die Einnahmen aus dieser Ausgabe abzüglich der Herstellungs- und Vertriebskosten fallen restlos den Mitarbeitern in meinem Büro zu.

Daneben wird eine Auflage von etwa 50 Exemplaren der Lithographien ohne Text in einer Mappe herausgegeben. In dieser Auflage unterschreiben Sie jede Lithographie. Von dem Erlös dieser Ausgabe erhalten Sie 50 % und ich selbst 50 %.

Sie sind damit einverstanden, dass die Zeichnungen zu diesem Märchen in Strichätzungen vervielfältigt werden und dass das Märchen mit den Strichätzungen zusammen mit anderen Märchen, die Sie illustrieren, in meine Sammlung „Das Märchenbuch“ aufgenommen wird.

Mit besten Grüssen Ihr ergebenster Bruno Cassirer

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