Cassirer ist leidenschaftlicher Pferdenarr. Schon vor dem Ersten Weltkrieg steigt er zu einer der wichtigsten Persönlichkeiten im deutschen Trabrennsport auf. Oft nimmt er den Maler Max Slevogt mit auf die Rennbahn. Auch hierhin, nach Weißensee bei Berlin.
Dieser damals neue Sport beeindruckt Slevogt sofort. Er hält das Spektakel in Gemälden und Zeichnungen fest.
Im Gemälde Trabrennen konzentriert er sich ganz auf die Geschwindigkeit und die Dynamik des Rennens. Das linke weiße Pferd ist angeschnitten. Es scheint direkt in das Bild hineinzustürmen.
In der Mitte sind die Jockeys und ihre Pferde noch klar erkennbar. Doch an der Kurve verschwimmen die Konturen. Wenige Striche und Farbtupfen deuten die Konkurrenten nur noch an.
Die führenden Sulkyfahrer lösen sich fast auf. Nur einzelne Pinselzüge lassen sie erahnen.
So wird das Motiv ideal für Slevogts schnellen, lockeren Malstil, mit dem er sich am französischen Impressionismus orientiert.
Karl Scheffler, Kunstkritiker und Publizist sowie unter anderem langjähriger Chefredakteur der Monatszeitschrift Kunst und Künstler überlieferte dies über Bruno Cassirer:
„Im Wartezimmer saßen Künstler, Autoren und Pferdemenschen, Papier- und Getreidelieferanten, Buchbinder und Stallleute und wunderten sich übereinander. […] Die Fahrt zum Rennplatz, der Aufenthalt dort im Richterhäuschen, die Spannung der Rennen, in denen seine eigenen Pferde liefen und oft gewannen, die Sommerstunden in freier Luft und die Gegenwart einer festlich bewegten Menge – dieses alles war ihm Gegengewicht zu seiner Verlegertätigkeit.“
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