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Hintergrund & Kontext
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Stimmen aus dem Briefwechsel
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Max Slevogt im Romanischen Café (v. l. n. r.: sein Sohn Wolfgang, Rudolf Levy, Max Slevogt, Emil Orlik), um 1930

Max Slevogt im Romanischen Café (v. l. n. r.: sein Sohn Wolfgang, Rudolf Levy, Max Slevogt, Emil Orlik), um 1930
GDKE, Landesmuseum Mainz

Stammtisch im Café

Das Romanische Café in Berlin ist ein berühmtes Künstlerlokal. Es liegt östlich der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Charlottenburg. Vor allem in den 1920er-Jahren wird es zum Lieblingsort von Max Slevogt.

Hier richtet er seinen eigenen Künstlerstammtisch ein. Neben Bruno Cassirer treffen sich dort viele bekannte Maler – darunter Rudolf Levy, Max Liebermann, Emil Orlik und Otto Dix. Auch Schriftsteller, Regisseure und Schauspieler gehen im Café ein und aus.

Für viele Illustrationsprojekte sind regelmäßige Besprechungen notwendig. Künstler, Verleger und Redakteur müssen eng zusammenarbeiten. Doch Slevogt erscheint kaum im Verlag. Folglich finden die Treffen meist im Romanischen Café statt.

Slevogt liebt diesen Ort schon seit Jahren. Das Verlagsteam passt sich ihm notgedrungen an, um die Arbeit voranzutreiben.

Für Faust II steigert sich das noch. Am Ende möchte Slevogt gar nicht mehr in den Verlag kommen. Die letzten Probedrucke unterschreibt er daher direkt am Stammtisch im Romanischen Café.


In einem Brief vom 30.11.1928 berichtet Bruno Cassirer Max Slevogt von den Umbaumaßnahmen „Ihres“ Stammcafés. Slevogt war zu diesem Zeitpunkt länger in der Pfalz gewesen und somit schon lange nicht mehr in seinem Café in Berlin.

Lieber Slevogt!

Unsere Briefe haben sich gekreuzt. […]

Das „Romanische“ hat sich stark verändert. Durch den Einbau der Galerie hat es an Geschmacklosigkeit sehr gewonnen und sich infolgedessen dem Typus eines Stamm-Cafes mehr genähert. Zudem ist unsere Stammecke umgebaut und gemütlicher geworden, sodass Sie also unbesorgt zurückkehren können. Gesprächsthemen sind auch wieder vorhanden, seitdem es sich herausgestellt hat, dass die im vorigen Jahr neu aufgetauchten 20 – 30 van Goghs, die wie die warmen Semmeln verkauft worden sind, falsch sind.

Hoffentlich geht Ihre Knie-Geschichte schnell vorüber.

Mit den besten Grüssen Bruno Cassirer

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