Für die Illustrationen zum Cellini wählt Slevogt die Technik der Tuschpinsellithografie. Beim Druck in Berlin, in der Werkstatt von M. W. Lassally, treten jedoch große Probleme auf. Cassirer arbeitet dort eigentlich regelmäßig, nun muss jedoch eine Alternative her.
Schließlich beauftragt man die renommierte Werkstatt von Auguste Clot in Paris. Wie schwierig der Weg zur perfekten Qualität ist, zeigen die 314 erhaltenen Probedrucke. Viele tragen handschriftliche Notizen zu den einzelnen Zuständen. Auch dieser gebundene Blindband dokumentiert den Prozess.
Das Ergebnis sind hervorragende Tuschlithografien, gedruckt auf der Handpresse. Sie erscheinen in einer edlen Mappenausgabe.
Ohne den begleitenden Text lösen sich die Bilder von ihrer illustrierenden Funktion. Sie werden so zu eigenständigen Kunstwerken.
Die Blätter entstehen auf feinem Chinapapier. Ein Blindstempel verleiht ihnen besondere Exklusivität. So werden die Grafiken des Cellini zu begehrten Sammlerobjekten und zu Wertanlagen.
Wie sorgfältig Bruno Cassirer die Drucke für das beste Ergebnis prüfte überliefert ein Brief an Slevogt vom 15.9.1913
Lieber Slevogt,
Ich habe nun die ganzen neuen Drucke von Clot durchgesehen, und bin sehr angenehm überrascht. Sie sind fast durchweg besser, als die Andrucke, und sind überhaupt vorzügliche Leistungen. Ich werde nun daran gehen, sie exemplarweise in Mappen zu ordnen und irgendwie zusammenzuheften.
Der Druck der Buchausgabe hat begonnen. Ich will das Buch also in Lieferungen ausgeben, und beginne jetzt mit der Propaganda. In KuK drucke ich Kapitel X mit 6 Lithographien ab, und die Vorarbeit von Lassally hierfür wird dem Druck des Buches zu Gute kommen. Es ist ihm doch gelungen, aus den Steinen mehr herauszuholen, als bei den ersten durch Clot überwachten Versuchen. Ich kontrolliere jeden Umdruck, und das Resultat ist recht gut, wenn man natürlich die Vorzugsdrucke nicht erreichen kann. Die Arbeit für die Zeitschrift war jedenfalls für Lassally eine gute Vorübung, und ich bin nun sehr glücklich zu wissen, daß endlich alle Schwierigkeiten definitiv überwunden sind.
Herr Clot hat sich bei der Schlußrechnung noch so viel wie möglich schadlos gehalten, und mir fette Summen für Korrekturen etc. berechnet; er versichert mir aber gleichzeitig, daß er mit großem Vergnügen an die Berliner Reise zurückdenkt!
[…]
Wie lange bleiben Sie noch dort? Hoffentlich haben Sie und Ihre Frau sich schon gut erholt.Mit bestem Gruß Ihr Bruno Cassirer
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