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Max Slevogt, Kamelreiter, 1924, Kreidelithografie, GDKE, Landesmuseum Mainz, Inv. Nr. DL SL NL 2025/7

Max Slevogt, Kamelreiter, 1924, Kreidelithografie, GDKE, Landesmuseum Mainz, Inv. Nr. DL SL NL 2025/7
GDKE, Landesmuseum Mainz

Das Verlagsprogramm

Der Verlag Bruno Cassirer entsteht aus der gemeinsamen Kunst- und Verlagsanstalt mit seinem Vetter Paul Cassirer. Nach der Trennung übernimmt Bruno den jungen Verlag und macht sich schon bald mit wichtigen kunstwissenschaftlichen Publikationen einen Namen.

Das Programm umfasst Werke über Architektur, Kunst- und Kulturgeschichte. Die Themen reichen von einzelnen Epochen bis zu außereuropäischen Kulturen. Ein besonderer Schwerpunkt bleibt jedoch der Impressionismus.

Ein weiterer Fokus liegt auf Lebenszeugnissen von Künstlern. Bruno Cassirer veröffentlicht Briefe, Tagebücher und zahlreiche Biografien. Vereinzelt erscheinen auch Werkverzeichnisse.

Das Programm erweitert er um philosophische Schriften. Dazu gehören Texte von Ernst Cassirer oder Emil Ludwig. Auch Literatur nimmt er in das Programm auf – von Autoren wie Christian Morgenstern, Robert Walser, Frank Wedekind oder Wolfgang Koeppen.

Eine Besonderheit ist der Verkauf von Originalgrafiken. Dazu zählt auch die hier gezeigte Lithografie der Kamelreiter.


In einem Brief vom 4.8.1917 wird deutlich, wie der Verleger Bruno Cassirer sich um neue Illustrationsprojekte von Max Slevogt bemühte, um sein Verlagsprogramm wieder mit attraktiven Werken zu füllen.

Lieber Slevogt, […]

Ihr Brief hat mich, wie Sie sich denken können, in gewisse Unruhe versetzt. […]

Und soll mit dem Unternehmen [gemeint ist die Märchenbuchreihe] wirklich der Anschluss an die gute deutsche Tradition genommen werden, dann muß das Unternehmen im Anfang so eindrucksvoll wie möglich sein, und dazu können nur Sie mir verhelfen. Aus diesem Grunde wäre es mir sehr angenehm, wenn Sie ein zweites Bändchen zeichneten, Stoff welchen Sie wollen. Wenn Sie eines Tages Luft haben, geht es ja schnell.

Sie sagen, es läge nichts mehr zurück von unsern Plänen. Da muß ich Sie unsanft an den Hektor erinnern, der Ihrer Phantasie entschwunden zu sein scheint. Das muß ja aber wohl bis nach Ihrer Reise bleiben?

Daß aber außer dem Hektor dann nichts mehr zurückliegt, ist ja gerade das Fatale. Und da ich für ein kleineres Buch gerade Büttenpapier (augenblicklich die größte Seltenheit) gekauft habe, alle Vorbedingungen also vorhanden sind: wie wärs mit einem neuen Originalbüchlein? Lithographien, Gravur, Radierung? Daß Sie mich auf die unberechtigte Berechnung der Märchenbücher aufmerksam machen, ist mir sehr angenehm. Da der Umfang etwa das Doppelte, wie geglaubt, war, lasse ich Ihnen weitere 2000 M. überweisen.

[…] Es wird nun aber nachgerade notwendig, daß ein Katalog Ihres graphischen Werkes erscheint. Ich werde mich also gelegentlich an S.[ievers] wenden. Lehnt er ab, so werde ich mich mit einem genauen Katalog des bei mir Erschienenen begnügen.

Also nun auf Wiedersehen. Was Sie mir auch zeichnen: Märchenbuch, Hektor, Morgenstern, einen neuen Band mit Originalen, es ist mir Alles gleich lieb!

Ihr Bruno Cassirer

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